Hinweis

Bird

"Gottes Herrlichkeit ist groß. Gott ist wirklich, und wir können ihn noch in diesem Leben finden. Aus dem menschlichen Herzen steigen viele Gebete (persönliche Wünsche) empor: für Geld, Ruhm, Gesundheit etc. Doch das dringendste Gebet jedes Herzens sollte Gottes Gegenwart gelten, denn in Gott liegt die Erfüllung aller Herzenswünsche." (Vortrag von Paramahansa Yogananda am 26. Oktober 1939)

Viele Menschen haben nicht erkannt, daß das Ziel all ihres Sehnens und Strebens in der Glückseligkeit (Ananda) liegt. Wer dieses Ziel erreicht hat, kann sein Schicksal meistern. Er nimmt all das, was das Schicksal (Karma) für ihn bereit hält gelassen hin und ist glücklich auch wenn er arm ist (Selig sind die Armen, denn ihrer ist das Himmelreich). Ihn können Schicksalsschläge nicht so schwer treffen, da so ein Mensch auch das Positive darin sehen kann. Er ist Meister seines Schicksals. Nicht materielle Wünsche, sondern der Wunsch Gott zu erkennen und zu finden bringt wahres Glück. "Eines Tages besuchte ein angesehener Geschäftsmann die Einsiedelei. Unmittelbar nachdem er dem Meister vorgestellt worden war, sagte er: "Ich bin unverschämt gesund und unverschämt reich." "Aber nicht unverschämt glücklich, nicht wahr?" fragte Paramahansaji. Der Mann mußte dies zugeben und wurde ein Schüler." (Yogananda: "Worte des Meisters" S. 73)

Oft sind es die kleinen Dinge des Lebens, die uns glücklich machen. Bescheidenheit und Einfachheit zeichnen einen Menschen aus, der glücklich ist. Er denkt nicht an sich selbst, sondern an den Anderen zuerst. Dies ist nur möglich, wenn die göttliche Liebe im Herzen des Menschen Wohnung genommen hat. "Solange sich der Mensch nicht nach Gott sehnt und ihn gefunden hat, wird er fortfahren, nach allem möglichen anderen zu verlangen, von dem er sich Glück verspricht. Doch wer Gott besitzt, dem werden ganz von selbst auch alle anderen Wünsche erfüllt."

Eine Legende möge dies verdeutlichen:
"Narada war ein guter Yogin und wanderte überall hin. Eines Tages kam er durch einen Wald und sah dort einen Mann, der lange in der gleichen Stellung meditiert hatte. Der fragte Narada: "Wohin gehst du?" Narada erwiderte: "Ich gehe in den Himmel." "Dann frage Gott, wann Er sich meiner erbarmen wird, wann ich befreit sein werde." Etwas weiter sah Narada einen anderen Mann. Der sprang singend und tanzend umher und rief "O, Narada, wohin gehst du?" Auf dieselbe Antwort sagte der Mann: "Dann frage doch, wann ich befreit sein werde." Im Verlauf der Zeit kam er wieder zum ersten Mann. Der fragte Narada: "O, Narada, hast du den Herrn nach mir gefragt?" "O, ja." "Was sagte Er?" "Der Herr sagte mir, du würdest nach vier weiteren Geburten frei sein." Da fing der Mann zu weinen an, da er noch viermal wiederkommen mußte. Narada ging zu dem anderen Mann und antwortete ihm auf seine Frage: "Siehst du diesen Tamarindenbaum? Ich soll dir sagen, daß dir noch so viele Geburten bevorstehen, wie Blätter an diesem Baume sind." Da fing der Mann vor Freude zu tanzen an und sagte: "So bald schon werde ich frei sein!" Da ließ sich eine Stimme vernehmen: "Mein Kind, noch in diesem Augenblick wirst du frei sein". Das war die Belohnung für seine dankbare und glückliche Annahme seines ihm bestimmten Schicksals.
(Gekürzt: aus Vivekananda: "Raja-Yoga")