Hinweis

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"Nur wenn wir unsere wahre Natur verstehen, die göttlicher Natur ist, und den Weg nach Innen beschreiten, werden wir unser wahres Wesen erkennen, das Sein , Bewusstheit und Glückseligkeit (SAT - CHIT - ANANDA) ist"

Wenn wir uns in einem Spiegel betrachten, sehen wir unser wahres Gesicht, ob uns das gefällt oder nicht. Der Spiegel ist nicht schuld an unserem Aussehen, denn er spiegelt nur das wieder, was er sieht. In einem höheren Sinn sind alle Menschen, denen wir begegnen, Spiegel unseres wahren Wesens, unseres Charakters, unserer Lebenseinstellung. Wie oft machten wir andere verantwortlich für unsere eigenen Fehler, für Schwächen und Lieblosigkeiten. "Du liebst mich nicht" ist einer der Vorwürfe,
die man anderen Menschen macht, doch wie steht es mit uns? Lieben wir den anderen? Haben wir überhaupt die Fähigkeit zu lieben?
Die wenigsten Menschen wissen, was echte wahre Liebe ist. Sie glauben, Sexualität, Begehren, Lust sei Liebe. Doch Liebe ist mehr als das. Wie abgedroschen ist doch das Wort Liebe in unserer westlichen Kultur. Liebesfilme, Liebesromane gibt es wie Sand am Meer und doch beschreiben diese nicht die wahre Liebe. Die Beziehung zwischen Mann und Frau ist nur ein schwacher Abglanz der göttlichen Liebe.
Junge Menschen, die in erster Verliebtheit glauben den Himmel auf Erden erlangt zu haben, werden bald ernüchtert, wenn die Beziehung länger dauert. Der Grund für falsche Vorstellungen von wahrer Liebe ist mangelnde Selbsterkenntnis und eine naive Vorstellung von Liebe und Geborgenheit, die durch unsere Gesellschaft - durch Bücher, Magazine, Filme etc. - vermittelt wird. Scheitert eine Partnerschaft, dann wird die Schuld fast immer beim Anderen gesucht, selten bei sich selbst. Der andere ist "lieblos",
erfüllt die Bedürfnisse nicht ....
Und doch ist der andere nur ein Spiegel, in dem ich mich selber wiedererkennen kann.

Eine spirituelle Erziehung wäre notwendig, nicht nur eine religiöse oder gar nur eine "ethische", wie manche Kreise es sich wünschen. Eine spirituelle Erziehung ist eine Unterweisung durch einen fortgeschrittenen Menschen, der selbständig und selbstbewusst agiert und bereit ist für andere Mitmenschen Verantwortung zu übernehmen. Der Yoga-Weg, so wie wir ihn verstehen, ist eine spirituelle Unterweisung, deren Ziel es ist Menschen von falschen Vorstellungen zu befreiten und sie zur Erkenntnis ihres wahren Wesens zu verhelfen.
Ein Sprichwort sagt: "Glauben heißt nichts wissen". Buddha selbst wies seine Schüler an, nur das von seiner Lehre anzunehmen, was sie selbst erfahren und verwirklicht haben. Ein blinder Glaube, ohne Wissen ist abzulehnen, und Jesus Christus erzählt in einem seiner Gleichnisse, dass ein Blinder andere nicht führen und leiten sollte: "Kein Blinder kann einen Blinden führen, sonst fallen beide in die Grube" (LUK 6, 39).

So gesehen gehört zu einer spirituellen Erziehung auch die Beschäftigung mit dem eigenen Unterbewusstsein, das sich in Träumen und Visionen zu erkennen gibt. Traumdeutung, das Erlernen der Bildersprache der Seele, die Traumdeutung müsste ein Pflichtfach auf der spirituellen Universität sein. Diese gibt es leider nicht, genauso wenig wie eine öffentlich anerkannte Erziehungsstätte für Spirituelle Erziehung. Der Yoga-Weg, wie er von Patanjali in seinen Yoga-Sutras beschrieben wird (Raja-Yoga), wäre so ein Weg der Selbsterkenntnis und der Befreiung.

Der Yoga ist mehr als nur eine körperliche Verrenkungsübung (Hatha-Yoga), wie er im Westen fälschlicherweise dargestellt wird. Er ist ein Weg des Gebetes, der Verinnerlichung und der Meditation. Er ist heilsam für Körper, Seele und Geist. Durch die Verbindung mit unserem höheren Selbst erlangen wir auch eine Führung durch unseren "inneren Lehrer". Jeder von uns hat diese göttliche Führung, nur sind wir durch den Lärm der Welt taub geworden für sie. Durch Yoga bekommen wir wieder Kontakt zum göttlichen Urgrund, der uns in jeder Situation liebevoll führt (sofern wir es auch zulassen). Niemand braucht einen äußeren Guru, denn Gott allein ist für uns Vater und Mutter. Wenn wir auf Sie/Ihn vertrauen, dann bekommen wir auch die Liebe, das Licht, das unsere Dunkelheit erhellt. Anfangs mag es noch notwendig sein einen äußeren Lehrer zu haben, der einem die ersten Schritte zeigt, doch später sollte man nur mehr auf den Göttlichen Führer im eigenen Herzen hören.

Nicht auf Lehren irgendwelcher jenseitiger Meister sollte man hören, die von einem Medium oder Vermittler überbracht (ge-channelt) werden. Diese haben nicht unter uns Menschen gelebt, sondern auf Heilige, die das Mühsal einer irdischen Inkarnation auf sich genommen haben, um uns Vorbild und Erlöser zu sein.

Die sog. "esoterische" Bewegung, die uns mit allen möglichen und unmöglichen (Heils-) Lehren konfrontiert ist leider in Wirklichkeit nur mehr ein "Marktplatz" geworden, der Erlösung dann verspricht, wenn man bereit ist einen bestimmten Geldbetrag (Seminare, Sitzungen, etc.) zu zahlen. Würde Jesus heute unter uns leben er würde sie alle aus dem Tempel hinausjagen (LUK 19, 45).

Gott stellt keine Bedingungen, SIE/ER schenkt die Liebe jedem Menschen, der guten Willens ist. Sie ist nicht zu bezahlen, obwohl sie unbezahlbar ist, ja sogar das höchste Gut auf dieser und in allen anderen Welten, die existieren. Gottes Gnade kann man nicht erkaufen, sie wird geschenkt, wenn ein Mensch bereit ist umzukehren und sich auf den Weg macht; zurückzukehren in seines Vaters Haus. Wenn wir erkennen, dass nicht andere Menschen verantwortlich sind für unser Glück oder Unglück, dann sind wir frei für wirkliche Wunder in unserem Leben. Wenn wir nicht mehr abhängig sind von der Anerkennung und Zuneigung der anderen, weil wir erkennen, dass alles, was uns glücklich macht, in uns selbst vorhanden ist, sind wir frei. Wenn wir frei sind, sind wir bereit zu geben. Liebe zu geben. Wenn jeder geben würde, dann hätten wir das Paradies auf Erden. Beginnen wir also bei uns selbst. Es hat wenig Sinn die Welt ändern zu wollen, indem wir andere belehren oder von der Kanzel predigen, aber wir können die Welt ändern, wenn wir bei uns selbst beginnen. "Wer ein Menschenleben rettet, rettet die ganze Welt"

Zum Schluss möchte ich nur mehr eines allen Lesern dieser Ausgabe wünschen:
"Gottes Frieden und Segen auf allen Wegen" Amen

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