Hinweis

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Die Zeit der Ausgelassenheit und Fröhlichkeit und überschäumenden Lebensfreude vor Beginn der österlichen Fastenzeit wird als Fastnacht, Karneval oder Fasching bezeichnet. Warum verkleidet man sich in dieser Zeit gerne und was hat es mit der Maskierung psychologisch auf sich?

Psychologen meinen, sich zu maskieren – etwa für einen Maskenball – habe den Sinn, die Seele ruhen zu lassen. So wie der Körper sich ausruht im Schlaf, muß auch die Seele hin und wieder zur Ruhe kommen. Man ergreift einfach die Möglichkeit, ein anderer zu sein und das eigene Ich mit all seinen Sorgen und Eigenheiten für eine Zeit lang hintanzustellen. Auch kann man in der Verkleidung Wünsche und Phantasien ausleben… einfach einmal ungestraft jemand ganz anderes sein…

Sigmund Freud etwa meinte einmal zur Verdrängung: "Wir setzen .... das System des Unbewußten einem großen Vorraum gleich, in dem sich die seelischen Regungen wie Einzelwesen tummeln.“

Der Begriff Maske (von arabisch maskharat Narr, Posse, Hänselei, Scherz) bezeichnet eine Gesichtsbedeckung. Masken werden seit Urzeiten in Theater und Kunst, aber auch zu religiösen und rituellen Zwecken eingesetzt. Des Weiteren gibt es diverse Masken, die dem Schutz des Gesichtes oder eines Teils davon dienen.

Ihrem Ursprung nach war die Maske ein vor dem Gesicht getragenes plastisches Gebilde (Larve) aus Holz, Leder, Ton, Tuch, heute auch Kunststoff (Latex) oder wurde als Sammelbezeichnung der Verhüllung des Körpers verwendet.

Rituelle Masken

Die Wurzel der Maske liegt im Kult. So wird sie heute noch bei Naturvölkern bei rituellen Tänzen benutzt, um Schutzgottheiten zu erflehen oder böse Geister abzuschrecken. Aus dem Neolithikum kennt man Felszeichnungen von Zauberern bzw. Schamanen, die ebenfalls Masken tragen. Beispielsweise bei den Hopi und anderen Indianervölker der Pueblo-Kultur stellen sorgfältig maskierte Tänzer bei Ritualen ihre Kachina, Ahnen- und Naturgeister, dar. Seit der Antike kennt man auch Totenmasken, die sich insbesondere während der Klassik großer Beliebtheit erfreuten, um sich an die Verschiedenen besser erinnern zu können. Der Rituelle Masken heutige Betrachter wird jedoch eher vom Anblick des eingefallenen Gesichts (z. B. Totenmaske Friedrich des Großen) abgeschreckt, sodass ein Wiederaufkommen der Totenmaske, wie in der Presse kürzlich berichtet wurde, nur schwer zu glauben ist. Die alten Ägypter kannten Totenmasken aus Gold, mit denen sie ihre Toten unsterblich machten.

Im Brauchtum des gesamten Alpenraumes ist die Gesichtsmaske und die Gesamtverhüllung immer noch, insbesondere zu Fastnacht oder Silvesterbräuchen, allgegenwärtig.

Der Harlekin

Der Liebling der Zuschauer ist meist der Arlecchino, (geht auf den altfranzösischen Harlekin aus dem 12. Jahrhundert zurück), aus der Commedia dell'arte. Das „Lustspiel der Berufe“ entwickelte sich in Italien im 16. Jahrhundert aus dem spätrömischen Volkslustspiel. Bei dieser italienischen Stegreifkomödie standen Typen und Masken fest - Arlecchino, Pantalone, Colombina, Dottore u. a. Der Text blieb der Improvisation überlassen. Arlecchino ist die Figur die sich auf der Bühne alles herausnehmen darf. Mit seiner ironischen Art ist er die Stimme des gemeinen Volkes zu seiner Zeit. Arlecchino wird mit einer lustigen Maske und dazu meist noch ein Hut und ein Mantel der aus bunten Flicken besteht dargestellt. Aus der Figur des Arlecchino entwickelte sich mit der Zeit der typische, naive Spaßmacher wie man ihn heutzutage vor allem als Kasperle aus dem Puppentheater kennt.

Seit dem Mittelalter verdrängt die Schminkmaske den festen Typus immer mehr. Lediglich im Clown des Zirkus, als Kostüm im Karneval, Fasching, Fastnacht, Halloween und vereinzelt in der Pantomime (siehe: Mummenschanz) lebt die starre Maske im europäischen Raum weiter.
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